The World of Banksy

Media Canvas

Diese Arbeit hinterfragt, wie Krieg in Bilder verwandelt wird, und dahinter steht eine konkrete philosophische Debatte.

 

In Texten, die er 1991 während des Golfkriegs verfasste, stellte der französische Denker Jean Baudrillard eine provokante Behauptung auf: Der Golfkrieg hat nicht stattgefunden. Baudrillard bestritt damit natürlich nicht, dass Menschen starben. Er meinte, dass der Krieg für den westlichen Zuschauer kein erlebtes Ereignis mehr war, sondern eine Sendung, die man auf einem Bildschirm verfolgte. Grün gefärbte Nachtsichtbilder, Zielerfassungsanzeigen, Liveschaltungen. Sobald der Krieg in der Bildsprache eines Videospiels präsentiert wurde, war er für den Zuschauer nicht mehr von Fiktion zu unterscheiden.

 

Das ist die Frage im Zentrum der Arbeit: Ob die Art, wie die Medien ein Ereignis darstellen, mit dem Ereignis selbst übereinstimmt. Diese Arbeit wird als „Pornografie des Krieges“ bezeichnet, als das Herausreißen von Leid aus seinem realen Kontext und seine Verwandlung in ein konsumierbares Spektakel.

 

Der Vergleich mit Pornografie ist bewusst hart gewählt. Pornografie löst eine Handlung vollständig aus ihrem Kontext, ihren Beziehungen und ihren Folgen und zeigt sie nur noch als Bild. Wenn Kriegsberichterstattung dasselbe tut, bleibt am Ende ein Spektakel übrig, das der Zuschauer konsumieren kann, ohne jede Verantwortung zu spüren.

 

Banksy ist im Laufe seiner Karriere immer wieder zu diesem Thema zurückgekehrt. Fernsehbildschirme, Kameras, Zeitungsschlagzeilen und Nachrichtenpräsentation gehören zu den Motiven, die er immer wieder aufgreift. Sie alle haben gemeinsam, dass sie den Betrachter zwingen, nicht auf das Gezeigte zu blicken, sondern auf die Art, wie es gezeigt wird.

*Nach der Anmeldung kannst du dein kostenloses Poster im Store der Ausstellung ‘House of Banksy Dortmund’ abholen, zeige dafür einfach deine Mitgliedschaft vor.