The World of Banksy

Christ With Shopping Bags

London, 2004

Christ With Shopping Bags ist Banksys Siebdruck zur Kritik am Konsumismus. Das Werk war ein Manifest gegen die Kommerzialisierung von Weihnachten.

 

Im Zentrum des Werks steht vor grauem Hintergrund die schwarz-weiße Figur Christi; kreuzlos gekreuzigt, von seinen ausgestreckten Händen hängen rosa-bändrige Einkaufstüten. Die Tüten sind gefüllt mit Weihnachtsgeschenken, Zuckerstangen und Mickey-Mouse-Ohren. Die Komposition ist minimalistisch, aber eindrucksvoll: eine religiöse Ikone durch kommerzielle Objekte entstellt; gedämpfte Farben erzeugen eine trostlose Atmosphäre.

 

Banksy kehrt die Kreuzigung um: Indem er das Kreuz durch Einkaufstüten ersetzt, verwandelt er die heilige Bedeutung von Weihnachten in ein Konsumritual. Die Geschenke in den Tüten verspotten amerikanisierte Weihnachtstraditionen. Banksy zeigt, wie der Kapitalismus heilige Werte ‘verpackt’.

 

Er hinterfragt Konsumismus und die Kommerzialisierung von Weihnachten. Während Christus von den Tüten herabgezogen wird, verspottet er, wie christliche Werte von Nächstenliebe und Mitgefühl durch den Kapitalismus zerstört wurden. Das herablaufende schwarze Blut symbolisiert die Vergänglichkeit materieller Freuden und das Opfer des wahren Glücks. Das Werk kritisiert, wie Feiertage statt Familie und Liebe auf Einkaufen reduziert wurden; es betont die Heuchelei multinationaler Konzerne, die kulturelle Werte verschlingen.

 

Der Kontrast zwischen der leidenden Haltung Christi und der Banalität der Einkaufstüten verstärkt die visuelle Ironie. Es spiegelt eindringlich die Korruption der Religion durch den Konsumwahnsinn wider.

 

Wenn Christus mit Einkaufstüten in den Händen gekreuzigt ist, könnte unser wahres Kreuz heute unser Konsumwahnsinn sein?

*Nach der Anmeldung kannst du dein kostenloses Poster im Store der Ausstellung ‘House of Banksy Dortmund’ abholen, zeige dafür einfach deine Mitgliedschaft vor.