Avon and Somerset Constabulary entstand zwischen 2000 und 2001 in Bristol als eines von Banksys frühen Schablonwerken.
Das Werk existiert in zwei Farbvarianten mit rosa und blauem Hintergrund. Im Zentrum stehen zwei Polizisten; sie suchen die Umgebung mit Ferngläsern ab, einer schaut nach oben, der andere nach unten und in verschiedene Richtungen, als würden sie das, wonach sie eigentlich suchen, nicht bemerken. Die Ernsthaftigkeit der Polizisten wird durch ihren ziellosen Blick verzerrt; gedämpfte Farben erzeugen eine düstere Atmosphäre.
Banksys Verhältnis zu den Strafverfolgungsbehörden ist, gelinde gesagt, heikel und ein Thema, das er in seinen Werken häufig behandelt. Als der Künstler seine Graffiti-Karriere in Bristol begann, verfolgte die örtliche Polizei eine besonders harte Linie gegen Graffiti; wer erwischt wurde, landete im Gefängnis.
Banksy kritisiert die strikte Anti-Graffiti-Politik der örtlichen Polizei Avon and Somerset Constabulary. Indem er die Beamten bei der Suche nach Street-Art-Künstlern zeigt, verspottet er eine Autorität, die sich auf Bagatelldelikte konzentriert. Das Werk stellt Autoritätsfiguren als ‘blind’ und ‘inkompetent’ dar. Dies ist eine direkte Anspielung auf Banksys kompliziertes Verhältnis zur Obrigkeit und seine Jugenderfahrungen in Bristol.
Er hinterfragt die Absurdität gesellschaftlicher Prioritäten; während die Polizei durch die Jagd auf Graffiti ‘schützt’, werden große Verbrechen wie soziale Ungerechtigkeit und Armut ignoriert. Das Werk verspottet das Motto der Polizei ‘to protect and to serve’.
Wenn die Polizei selbst bei der Graffiti-Jagd blind ist, vor wessen Augen entkommen die wirklichen Verbrecher?
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