Dieses Kunstwerk zeigt nicht die Szene, die man erwarten würde. Keine Theaterloge, kein Samtvorhang, kein applaudierendes Publikum. Stattdessen sehen wir das Deck eines Flugzeugträgers.
Auf der Startbahn des Schiffsdecks steht ein Kampfjet. Daneben stehen zwei Bodencrew-Mitglieder in gelben Warnwesten. Ihre Aufgabe ist normalerweise, das Flugzeug einzuweisen und das Zeichen zum Start zu geben. Doch einer von ihnen hält etwas völlig anderes in der Hand: ein Schild mit der großen Aufschrift „APPLAUSE“. Es ist genau das beleuchtete Zeichen, das einem Fernsehstudio-Publikum sagt, wann es klatschen soll.
Dieses eine Objekt verändert die ganze Szene. Der Kampfjet ist kein Militärfahrzeug mehr, sondern ein Studiogast. Der Start ist kein Einsatz mehr, sondern eine Showeinlage. Und irgendwo gibt es ein Publikum, an das dieses Schild sich richtet: uns, die wir den Krieg auf dem Bildschirm verfolgen und im richtigen Moment applaudieren sollen.
Banksy zielt hier nicht auf den Krieg selbst, sondern auf dessen Inszenierung. Er zielt darauf, wie ein Konflikt in den Nachrichten zu einer Vorführung wird, zu einem Moment des Stolzes, zu einer Erzählung vom technischen Triumph, und wie das Publikum darauf konditioniert wird, diese Erzählung zu beklatschen.
Auch die Technik ist bemerkenswert. Statt Banksys gewohnter Schablonentechnik kommt hier eine Fotomontage zum Einsatz, an der der Künstler Peter Kennard mitgewirkt hat. Kennard ist der bekannteste Name der britischen kriegskritischen Fotomontage, und diese Zusammenarbeit erklärt unmittelbar die Bildsprache der Arbeit.
*Nach der Anmeldung kannst du dein kostenloses Poster im Store der Ausstellung ‘House of Banksy Dortmund’ abholen, zeige dafür einfach deine Mitgliedschaft vor.